Philosophie

Wie man unterrichtet, hängt davon ab, wen man unterrichtet. Klingt banal, wird im Golf aber gern ignoriert. Für einen Konzert-Geiger kann ein guter Ratschlag lauten, Noten und Finger zu vergessen, sich lediglich die Melodie vorzustellen und dem Körper das Ausführen der Bewegungen zu überlassen. Für einen Geigen-Anfänger ist der gleiche Tipp lächerlich. 

Beim Golf ist das genauso. Gelegentliche Glückstreffer ohne Schwunggedanken lassen jedoch immer wieder Hoffnung aufkeimen, dass es vielleicht doch ohne Noten geht. Glauben Sie mir: Es geht nicht! Genauso wenig wie es beim Geigespielen reicht, hin und wieder einen Ton zu treffen, führen seltene Glücksschüsse beim Golfen zu Befriedigung; eine gewisse Wiederholbarkeit möcht’ doch sein.

Ein zweites Beispiel aus dem Alltag: Jedem ist klar, dass es beim perfekten Erlernen einer Sprache ein Zeitfenster gibt, das sich irgendwann schließt. Wer mit 30 Englisch lernt, wird sich wahrscheinlich nie mehr als Muttersprachler ausgeben können. Wer jedoch ganz früh beginnt, der kann dieses Ziel erreichen — genügend Talent und Training vorausgesetzt.

Auch das ist beim Golf ähnlich. Aber wer hat schon früh genug angefangen? Ich nicht. Mit 16 war mein Fenster offensichtlich schon zu denn als Amateur habe ich trotz täglichen Trainings 3 Jahre lang furchtbar geslict und bin nicht unter Vorgabe 23,4 gekommen. Es gibt zwar auch erfolgreiche Tourpros, die mit 16 angefangen haben, aber die sind selten und brachten ungeheures Talent mit.

Wem Gott hilft, der kommt weiter als wer früh aufsteht und wem Gott nicht hilft, der darf nicht lange schlafen.

Und das bringt mich zum Unterschied von Mimifu zu Hojumut: Der mittel- oder minderbegabte Mitfuffziger kann einfach nicht so vorgehen wie der hochbegabte Jugendliche mit unbegrenzter Trainingszeit. Der Hojumut braucht weder raffinierte technische Analysen seines Schwunges noch eine ausgeklügelte Didaktik. Dem macht man den richtigen Schwung einfach vor und geht mit ihm schnell auf den Platz. Wenn der Hojumut auf der Range trainiert, dann am besten differenziell, also mal diesen Schlag mal jenen — nur nicht zu monoton.
Der Mimifu muss das Golfspiel anders lernen, weil ihm von Haus aus viel weniger gelingt. Beim Hojumut ist der gute Treffer der Normalfall, beim Mimifu die Ausnahme. Seine Bewegungen wirken immer irgendwie ungelenk, und kein Schwung scheint dem anderen zu gleichen. Wenn er ehrlich ist, kann er sein schlechtes Spiel auch weder auf mangelnde Strategie noch auf schlechte Psychologie zurückführen, denn selbst ganz alleine auf der Range fliegen selten zwei Bälle hintereinander ins Ziel.

Er macht also Fehler. Und zwar so viele, dass die Strategie, sie nach und nach auszumerzen, aufgrund der begrenzten Lebenszeit scheitern muss. Deshalb ist hier ein sehr guter Analytiker als Lehrer gefragt. Er muss wissen, welche Fehler zwar die Optik stören, aber nicht die Funktion. Diese Fehler gilt es dann zu ignorieren, damit mehr Zeit fürs Wesentliche bleibt.

Aber selbst wenn der Mimifu genau an den richtigen Details arbeitet, sollte sein Lehrer nicht nur ein guter Diagnostiker sein, sondern auch ein genialer Didaktiker. Bei koordinativen Supertalenten sieht fast jeder Lehrer gut aus; die Minderbegabten sind die Herausforderung.

Da ist Empathie gefordert — und Psychologie, denn Fehlschläge werden auch dann noch häufig vorkommen, wenn man genau an den richtigen Schrauben dreht. Wie heißt es so schön? »Wem Gott hilft, der kommt weiter als wer früh aufsteht.« Und ich ergänze: Wem Gott nicht hilft, der kann nicht auch noch ausschlafen.

Warum hört man so selten davon, dass der Hobbygolfer ganz anders trainieren muss als der Crack?

Meine These: Die meisten Lehrer waren früher Hojumuts und sehen keinen Grund, bei anderen von ihrem erfolgreichen Lernweg abzuweichen. Schließlich können sie erfolgreiche Schüler vorweisen: eben andere Hojumuts. Auch die Forschung weist bisweilen in die falsche Richtung, denn Studien werden fast immer mit Sportstudenten als Probanden besetzt. Da entstehen natürlich andere Ergebnisse, als wenn man mittelbegabte Mittfuffziger nähme, die nur wenig Zeit zum Trainieren haben.

Es gibt aber auch den umgekehrten Fall: Der Späteinsteiger-Golflehrer ohne überragendes Talent wendet seinen Lernweg bei talentierten Jugendlichen an und trainiert mit ihnen dauernd stereotyp und bewegungsverliebt. Er will sich in jedem Schüler selbst verwirklichen und träumt davon, seinen Nick Faldo oder Tiger Woods zu erschaffen. Und auch das ist sicher keine erfolgreiche Strategie. Ich spreche aus eigener Erfahrung, denn in den ersten Berufsjahren bin ich genau so vorgegangen.

Was bedeutet all das für Ihren Unterricht bei mir? Ich unterrichte zu 98 Prozent Hobbygolfer; die meisten davon haben durchschnittliches Talent. Die restlichen zwei Prozent sind Hochbegabte mit sehr niedrigen Vorgaben oder Pros.

%

Hobbygolfer

Vorgaben meiner Schüler

  • ohne Platzreife 1%
  • 54-37 17%
  • 36-27 25%
  • 26-19 34%
  • 18-12 15%
  • 11-5 6%
  • 4 – ∞ & Pros 2%

Meine Vorgehensweise mit Hobbygolfern

Was nicht das Ziel ist

Ich gebe keine kosmetischen Korrekturen. Eine schönere oder »richtigere« Bewegung habe ich nicht im Sinn. Leider ist die Vorstellung immer noch sehr verbreitet, dass es normal sei, nach dem Unterricht erst mal eine ganze Weile »nichts mehr zu treffen«. Mein Ziel sind nicht schönere Schwünge, sondern bessere Schläge.

Was das Ziel ist:

Das Ziel sind also bessere Schläge — und zwar so schnell wie möglich und mit der geringsten Zahl an Korrekturen.
Das zweite Ziel ist Ihre Unabhängigkeit von Golflehrern: Wenn es mal nicht mehr klappt — und solche Phasen wird es immer wieder geben —, muss sich jeder Golfer selber helfen können.

Die Kosten

Ich will niemandem mehr Stunden verkaufen als nötig. Buchungen von mehr als 3 Stunden nehme ich deshalb nicht mehr an. Hat der Schüler Schwierigkeiten bei der Umsetzung, ist es meine Aufgabe, eine Lösung zu finden.
Fliegt der Ball also nicht besser, obwohl dem Golfer die Umsetzung gelingt, ist der Lehrer gescheitert — nicht der Schüler. Und dafür verlange ich kein Geld.